Dienstag, 21. November 2017

Rezension zu "Leere Herzen" von Juli Zeh

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Von leeren Herzen und einer veränderten Welt

Deutschland, einige Jahre in der Zukunft:  Die Freunde und Geschäftspartner Britta Söldner und Babak Hamwi haben sich schon lange damit abgefunden, dass sich die Welt stark verändert hat, vorallem im politischen Bereich. Sie wollen nicht mehr für das verantwortlich sein, was schief läuft. So haben sie vor einiger Zeit ein Unternehmen namens Die Brücke gegründet und sind damit sehr erfolgreich. Nach außen hin als Heilpraxis für Psychotherapie getarnt, verbirgt sich jedoch etwas ganz anderes hinter den unscheinbaren Büroräumen – ein Geschäft mit dem Tod.
Doch plötzlich taucht unliebsame Konkurrenz auf. Britta versucht sofort, diese aufzuspüren und zu verdrängen. Doch alles läuft anders: Merkwürdiges geht vor, sie fühlt sich plötzlich verfolgt. Noch ahnt Britta nicht, dass sie mit ihren Plänen nicht nur ihr Unternehmen, sondern auch ihr Leben und das von Babak aufs Spiel setzt…


„Sie blickten sich mit derart unterschiedlichem Ausdruck an, Hatz freundlich und erwartungsvoll, Britta schwankend zwischen Angst und Wut, dass es ein Wunder ist, dass sie einander überhaupt sehen können.“ – Seite 100, eBook


Nachdem mir der außergewöhnliche Roman Unterleuten von Juli Zeh schon so gut gefallen hatte, war ich dementsprechend gespannt auf ihr neuestes Werk – und dieses hat wieder einiges vereint: Zum einen ein spannender Polit-Thriller, zum anderen aber auch ein gesellschaftskritischer Roman  mit beunruhigenden Zukunftsvisionen. 
Der Roman liest sich sehr gut – zuerst lernt man die Hauptfigur Britta kennen – wie sie zusammen mit ihrer Familie lebt, wie sie denkt und wie sie ihren Geschäftspartner Babak kennen gelernt hat. Und dann erfährt man natürlich, was sich genau hinter dem Unternehmen Die Brücke verbirgt und womit die beiden ihr Geld verdienen – dieses ist ziemlich überraschend, sehr erschreckend und überhaupt nicht vorhersehbar. Und dann taucht auch noch unerwartet Konkurrenz auf, die vernichtet werden muss…
Die Handlung spielt einige Jahre in der Zukunft und gibt einen eher unheimlichen Ausblick dahin – die Autorin hat ein eher beängstigendes Szenario mit verschiedenen Situationen und Geschehnissen detailliert dargestellt – wahrscheinlich liest sich dieses Buch deshalb so spannend wie ein Thriller. Gerade dieses absolut außergewöhnliche ist ihr wieder sehr gut gelungen. Jedoch bleiben hier trotz gutem Schreibstil meiner Meinung nach die einzelnen Charaktere etwas auf der Strecke. Auch wenn man Britta zu Anfang gut kennen lernt, bleiben die anderen Figuren eher blass – hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht.
Das Cover gefällt mir mit seiner Schlichtheit sehr gut – was sich hinter dem Titel und den Punkten verbirgt, bleibt daher erstmal ein Geheimnis – doch mehr darüber erfährt man im Laufe des Romans. Sehr gut gemacht.


„Babak ist aufgestanden und schaut aus dem Fenster, wo die Laternen der Fußgängerzone die Nacht beim Dunkelsein stören.“ – Seite 159, eBook


Mein Fazit: Ein Buch, das mit einer sehr außergewöhnlichen Handlung und einem wirklich guten Schreibstil überzeugt. Spannend wie ein Thriller mit erschreckenden Entwicklungen, gleichzeitig aber auch ein gesellschaftskritischer Roman mit einer eher düsteren Zukunftsvision und einem  „Was wäre wenn“-Szenario, was unheimlich interessant zu lesen ist. Nur bei den Charakteren hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Ansonsten kann ich dieses Buch aber empfehlen – es ist wirklich überraschend! 


Meine Bewertung: 




Titel: Leere Herzen
Autorin: Juli Zeh
Genre: Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 352
Verlag: Luchterhand



Vielen Dank an das Bloggerportal und Luchterhand für das Rezensionsexemplar! :)

Gemeinsam Lesen #132

Die Aktion findet ihr jeden Dienstag bei Schlunzen-Bücher.


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade "Leere Herzen" von Juli Zeh und bin auf Seite 200 von 234 des eBooks.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Zum Buch
"Das Unbehagen der Eltern wuchs, sie sahen aus, als hätten sie sich zur Beratung zurückgezogen bevor sie das Gespräch fortsetzten."


3. Was willst du unbedingt zu deinem Buch loswerden?


Unterleuten war Juli Zehs letztes Buch und schon sehr außergewöhnlich - doch diese Geschichte toppt ihr letzes Buch noch etwas. Hier gibt es wieder eine sehr spezielle Handlung - das Buch liest sich so spannend wie ein Thriller. Ich bin nun auf den letzten Seiten angekommen und nun sehr gespannt, wie es ausgeht. Das Einzige, was ich etwas schade finde, sind die etwas blassen Charaktere.


4.Von welchem Autor/in, von dem lange nichts mehr erschienen ist, wünscht du dir ein neues Buch?

Es ist zwar noch nicht lange her, als der Autor sein letztes Buch veröffentlicht hat (Oktober 2016), aber mit Die Spiegelstadt war es der Abschluss der großartigen Passage-Trilogie. Somit würde ich mir gerne ein neues Buch von Justin Cronin wünschen, da er sehr gut schreibt.

Ansonsten würde ich sehr gerne mal wieder etwas von Frank Schätzing lesen, sein letztes Buch Breaking News ist im März 2014 erschienen.


Montag, 20. November 2017

Montagsfrage #109

Die Montagsfrage gibt es jede Woche bei Buchfresserchen.
Die Frage in dieser Woche:
 

Besitzt du Merchandise zu bestimmten Buchreihen, z. B. Lesezeichen, Tassen, Kunstdrucke etc.? 
 
 
Leider nur sehr wenig. Mein einziges Merchandise gehört zu Büchern von Kai Meyer: Ich besitze eine schwarze Tasse mit Panther/Schlange-Abdruck, die zu der Arkadien-Reihe gehört. Ich mag sie sehr! Dann habe ich noch ein Poster vom Cover des Blutbuches, dem drittenTeil von den Seiten der Welt.
 
Autoren-Autogrammkarten habe ich noch einige - u.a. von Kai Meyer, Sebastian Fitzek, Markus Heitz und Karla Paul. :)  Und gefühlt 25.589 Lesezeichen. Aber ich mag Lesezeichen, die kann man ja schließlich nicht genug haben!

Was ich leider aus finanziellen Gründen nicht besitze, aber unheimlich toll finde, sind die FunkoPop-Figuren. Bei Buchfotos von anderen Bloggern tauchen diese Figuren immer mal wieder auf - das finde ich schön. 

Wie sieht es bei euch aus?



Sonntag, 19. November 2017

Rezension zu "Darkmouth - Die dunkle Bedrohung" von Shane Hegarty

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Band 4 der Darkmouth-Reihe

Nach dem letzten großen Abenteuer ist in Darkmouth nichts mehr so, wie es mal war. Finns Karriere als Legendenjäger steuert gerade auf einen Tiefpunkt zu und außerdem hat der machtgierige Lucien das Kommando in der kleinen Stadt übernommen. Ausgerechnet jetzt, wo Finn genug eigene Probleme hat, bekommt er einen Hilferuf von der  Verseuchten Seite – ein furchtbares Knochenmoster bedoht die Heimat der Legenden. Auch Darkmouth und der Rest der Welt ist dadurch in Gefahr. Finn scheint der Einzige zu sein, der die Gefahr stoppen kann und muss dafür ein großes Risiko eingehen. Dabei spielt ein alter und mächtiger Feind eine große Rolle: Gantrua…



„Aber er wusste, dass das nicht so sein würde. Er wusste es einfach. Hatte so ein Gespür. Hörte ein Warnsignal, das in seinem Kopf überdeutlich pochte. Er musste zuende bringen, was er angefangen hatte. Die Verschwörung aufdecken. Darkmouth zurückgewinnen.“ – Seite 152


Die dunkle Bedrohung ist inzwischen der 4. Teil der Reihe um das Städchen Darkmouth, das immer noch regelmäßig von Monstern –sogenannten Legenden- heimgesucht wird. Bisher war Finns Vater Darkmouths Legendenjäger und Finn sollte sein Nachfolger werden. Doch die Ereignisse im letzten Band haben einiges durcheinandergewirbelt und dadurch hat Finn einige Probleme am Hals. Doch dann taucht eine mächtige Bedrohung auf. Eine große Gefahr - sowohl für die Verseuchte Seite, als auch für die ganze Welt…
Wie bei seinen Vorgängern auch, ist dieses Buch wieder locker und sehr gut verständlich geschrieben – die Monster sind wieder zahlreich vertreten, ein neues Abenteuer wartet auf den Nachwuchslegendenjäger Finn, dessen Ruf zurzeit nicht der Beste ist. Die Handlung ist gut aufgebaut und auch der regelmäßige Wechsel zwischen den Welten hat mir gefallen. Neben der Verseuchten Seite, der Heimat der Legenden, geht es natürlich wieder nach Darkmouth. Dieses Mal spielt aber noch eine andere Stadt mit einem äußerst interessanten Namen eine zentrale Rolle.
Was ich als kleinen Kritikpunkt anbringen muss: Es dauert hier eine ganze Weile, bis etwas Schwung in die Geschichte kommt. Gerade das fand ich bei den Vorgängern immer sehr gelungen. Doch das Finale ist dafür wieder sehr spannend, was über den langsamen Anfang hinwegtröstet.
Neben den neuen Abenteuern gibt es auch hier immer mal wieder kleine Momente zum schmunzeln. Gerade das verleiht der monsterreichen Geschichte eine schöne Lockerheit:


Er beugte sich nach vorn. „Die Tuichnichtarier sind ein merkwürdiger Haufen. Sie glauben, dass man durch Waschen Reinheit erlange. Wir hingegen wissen natürlich, dass gestank der Weg zu Ruhm und Ehre ist.“ Er schnüffelte an Finn. „Mann merkt sofort, dass du unserer Meinung bist.“ – Seite 206


Was natürlich auch erwähnt werden muss, ist die unheimlich tolle Buchgestaltung. Im Stil der Vorgänger gehalten und mit geschwärztem Buchschnitt wieder ein absoluter Hingucker. Auch die Innengestaltung kann sich sehen lassen:
Es gibt viele tolle Illustrationen, zwischendurch sind die Seiten immer mal komplett schwarz, auf denen der Text dann in weiß abgebildet ist. Sehr cool.
Nach wie vor bin ich der Meinung, dass diese Buchreihe, die ja eigentlich im Kinder-/ und Jugendbereich angesiedelt ist, auch Erwachsene begeistern kann. Ich finde sie großartig.

Mein Fazit: Ein sehr guter Nachfolger, in dem wieder ein monsterreiches Abenteuer auf Legendenjäger Finn wartet. Flüssig geschrieben, sehr gut verständlich und mit einer wirklich gelungenen Buchgestaltung. Bis auf kleine Schwächen am Anfang ist die Handlung wieder toll aufgebaut und es wartet ein spannendes Finale.  Ich vergebe 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung! 

Meine Bewertung:




Titel: Darkmouth 4 - Die dunkle Bedrohnung

Autor: Shane Hegarty
Genre: Jugendbuch / Fantasy
Seitenanzahl: 400
Verlag: Oetinger


Die Bücher der Darkmouth-Reihe
Band 1: Der Legendenjäger
Band 2: Die Andere Seite
Band 3: Die Legenden schlagen zurück 


Zusatzband: Darkmouth - Broonie und der Tag vor Darkmouth (Kurzgeschichte, nur als eBook erhältlich)


Donnerstag, 16. November 2017

Rezension zu "Origin" von Dan Brown

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Band 5 der Robert Langdon-Reihe

Der Milliardär und Zukunftsforscher Edmond Kirsch hat eine bahnbrechende Entdeckung gemacht, die er demnächst der ganzen Welt vorstellen möchte. Doch zuerst bittet er drei der bedeutendsten Religionsvorsteher der Welt um ein Gespräch – und diese sich reichlich skeptisch, denn Kirsch ist ein bekennender Atheist. Doch nachdem sie Kirschs Präsentation gesehen haben, herrscht nur noch blankes Entsetzen – denn seine Entdeckung wird den Glauben in ihren Grundfesten erschüttern…

Wenig später hat Edmond Kirsch ein großes Event geplant, auf dem er in einer fesselnden Präsentation das Geheimnis um seine Entdeckung lüften will. Auch der Symbolforscher und Harvard-Professor Robert Langdon ist eingeladen – vor vielen Jahren war Edmond Kirsch ein Student von ihm.
Doch dann passiert das unglaubliche: Kurz vor der Enthüllung bricht das Chaos aus – es gibt Gegner, die mit allen Mitteln verhindern wollen, dass die Entdeckung publik gemacht wird.
Doch Robert Langdon möchte das große Geheimnis lüften und es der Welt zugänglich machen. Eine abenteuerliche Suche nach der Wahrheit beginnt und ungeahnte Hindernisse tauchen auf…


„Viele Kilometer weiter, draußen über dem Mittelmeer, ballten sich bedrohliche dunkle Unwetterwolken. Wie passend, dachte Kirsch, als er an die Turbulenzen dachte, die er bald verursachen würde – zuerst in diesem Raum, dann auf der ganzen Welt.“ – Seite 18


Ich habe schon mit Begeisterung die ersten vier Romane um den Symbolforscher Robert Langdon gelesen und war dementsprechend gespannt auf sein neuestes Abenteuer. Und dieses hat es in sich: Eine Entdeckung, die scheinbar die Antwort auf die beiden grundlegenden Fragen hat: Woher kommen wir?  und Wohin gehen wir?. Da dieses Geheimnis aber wohl eine Relevanz für Millionen Gläubige auf der ganzen Welt haben könnte, gibt es Gegner, die diese Veröffentlichung um jeden Preis verhindern möchten. Ohne es im Vorfeld zu ahnen, befindet Robert Langdon sich plötzlich mittendrin in einer Verschwörung – wilde Spekulationen nehmen ihren Lauf. Doch Langdon hat nur ein Ziel: Die Öffentlichkeit an Kirschs Entdeckung teilhaben zu lassen. Bei dieser lebensgefährlichen Mission hat er neben einer jungen Frau noch ganz besondere Unterstützung…
Neben der spannenden Handlung, die sehr gut aufgebaut ist und regelmäßig zwischen den Charakteren wechselt, gibt es immer wieder detailreiche und beeindruckende Beschreibungen der besonderen Schauplätze, zu den u. a. das Guggenheim-Museum in Bilbao und die 1906 von Antoni Gaudí in Barcelona erbaute Casa Milà gehören. Falls man die Gebäude vorher noch nie gesehen hat: Ein Blick auf Wikipedia lohnt sich.
Die Geschichte entwickelt sich nach und nach, Verschwörungen, unglaubliche Verzweigungen und gut gehütete Geheimnisse kommen ans Licht und als Leser fragt man sich die ganze Zeit: WAS hat Edmond Kirsch so Bahnbrechenden entdeckt? Es bleibt spannend!!


„Langdon starrte auf das Phablet, während er versuchte, einen Sinn in dem zu erkennen, was er soeben gesehen und gehört hatte. Trotz des Wirbelsturms aus Fragen, der in seinem Inneren tobte, war ihm eines vollkommen klar: Ich bin in großer Gefahr.“ – Seite 369


Auch das Cover gefällt mir sehr gut und ist im typischen Stil gehalten, den man schon von den Vorgängern kennt. Im Roman selbst gibt es ab und an Abbildungen von Symbolen und verschiedenen Grafiken, was mir persönlich sehr gefallen hat. Auch merkt man als Leser sofort, wie gut und ausführlich Dan Brown hier recherchiert hat.

Mein Fazit: Wieder ein gelungener Thriller um den Symbolforscher Robert Langdon. Die Handlung ist spannend und voller Geheimnisse. Während des Lesens kann man miträtseln, wie alles zusammenpasst, was hinter der großen Entdeckung steckt und wie Robert Langdon sich bei seinem neuesten Abenteuer schlägt. Es ist packend, meisterhaft recherchiert und hält so manche Überraschung bereit! Mir hat es sehr gut gefallen und kann es allen Fans, die besondere Verschwörungs- und/oder Wissenschafts-Thriller mögen, wärmstens empfehlen!


Meine Bewertung: 




Titel: Origin

Autor: Dan Brown
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 672
Verlag: Bastei Lübbe

Die Bücher der Reihe um Robert Langdon:
Band 1 - Illuminati
Band 2 - Sakrileg
Band 3 - Das verlorene Symbol
Band 4 - Inferno
Band 5 - Origin


Hier noch ein sehr interessantes Video über Dan Brown und seinen Besuch bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, wo er "Origin" dem Publikum vorstellt: