Donnerstag, 19. April 2018

Top Ten Thursday #94

Bei dem Top Ten Thursday geht es um Bücherlisten, die jeden Donnerstag zu einem vorgegebenen Thema erstellt werden können. Die Aktion findet bei Aleshanee von Weltenwanderer statt.

Das Thema in dieser Woche:

10 deiner liebsten Bücher mit weniger als 200 Seiten


Ein spannendes Thema, da ich meist eher umfangreichere Bücher lese. Doch ab und an ist auch mal ein dünnes Buch dabei. Ich habe sogar zehn gefunden. Ich hoffe, man sieht es mir nach, dass zei Bücher dabei sind, die je 224 Seiten haben. Die Anarchie der Buchstaben ist ein Buch von meinem SuB, das ich demnächst noch lesen werde. Alle anderen habe ich mit Begeisterung gelesen und rezensiert. :)  Hier ist nun meine Liste:


Halloween (176 Seiten)
Ray Bradbury

Strafe (192 Seiten)
Ferdinand von Schirach








Die Anarchie der Buchstaben
(160 Seiten)
Kate de Goldi


Der kleine Prinz (96 Seiten)
 Antoine de Saint-Exupéry





Der Schatzsucher (224 Seiten)
Fabian Kahl

Flavia de Luce - Das Geheimnis des kupferroten Toten
Short Story (27 Seiten)
Alan Bradley







Memory Wall (135 Seiten)
Anthony Doerr

Herz auf Eis (224 Seiten)
Isabelle Autissier







Ein Leben mehr (192 Seiten)
Jocelyne Saucier

Gwendys Wunschkasten (128 Seiten)
Stephen King/Richard Chizmar





Mittwoch, 18. April 2018

Rezension zu "Raum" von Emma Donoghue

Zum Buch

Zwei Leben in einem Raum

Der fünfjährige Jack lebt zusammen mit seiner Mutter in einem Raum – für ihn ist dieser Raum die ganze Welt, etwas anderes hat er noch nie gesehen. Auf wenigen Quadratmetern essen schlafen und spielen sie. Jack liebt es fernzusehen, besonders Cartoonserien. Die Figuren zählt er zwar zu seinen Freunden, doch ihm ist bewusst, dass sie nicht wirklich existieren.
Doch dann kommt der Tag, an dem seine Mutter ihm von der Welt da draußen erzählt und sie einen Plan schmieden müssen, um zu fliehen…

Dieses Buch stand schon lange auf meiner Leseliste. Nun habe ich mich an diese außergewöhnliche Geschichte heran gewagt. Dass das Buch außergewöhnlich ist, merkt man schon auf den ersten Seiten: Denn die Geschichte wird aus der Perspektive des fünfjährigen Jungen Jack erzählt – zuerst gewöhnungsbedürftig, weil die Sätze und Aussprache eben die eines kleinen Kindes sind. Doch nach einer Weile gewöhnt man sich daran. Man lernt das Leben von Jack und seiner Mutter kennen, die seit Jahren in nur einem Raum leben, der nur wenige Quadratmeter groß ist. Der einzige Blick nach draußen bietet ein kleines Oberlicht, wo sie zwar einen Ausschnitt vom Himmel sehen können, mehr aber nicht. Zu Anfang gibt es einen sehr detaillierten Einblick in den Tagesablauf der Beiden. Man fragt sich natürlich sofort, warum sie dort leben, wie es dazu gekommen ist und wo sich dieser Raum befindet – die Antworten darauf kommen nach und nach – es ist sehr erschütternd.


„Das Meer ist ja in echt, fällt mir dabei wieder ein. Im Draußen ist alles in echt, alles, was es gibt, weil ich in dem Blauem zwischen den Wolken ein Flugzeug gesehen habe. Ma und ich können da nicht hin, weil wir den geheimen Code nicht kennen, aber trotzdem ist es in echt.“ (Jack) – Seite 77, eBook


Ich habe anfangs nur schwer in die Geschichte rein gefunden – es wirkt zunächst ein wenig langatmig und gleichzeitig beklemmend. Doch das ändert sich komplett, als Jacks Mutter beschließt, zu fliehen. Von da an wird die Story anders – weiterhin sehr berührend, intensiv und packend. Der Verlauf ist überraschend.


„Das sind neun Sachen, ich glaube nicht, dass ich die alle gleichzeitig im Kopf behalten kann. Ma sagt, natürlich kann ich, ich bin doch ihr Superheld. Freund fünf. Ich wünschte, ich wäre noch vier.“ (Jack) – Seite 99, eBook


Mein Fazit: Raum gehört zu den wenigen Büchern, bei dem sich meine Meinung während des Lesens nochmal  komplett geändert hat: Anfangs fand ich es durch den Schreibstil schwierig zu lesen und etwas langatmig – doch ab einer gewissen Stelle nimmt die Geschichte an Fahrt auf: Es wird packend, oft traurig und berührend.
Kurz gesagt: Es ist ein spezieller Roman – sehr ergreifend und besonders erzählt. Lesenswert!


Meine Bewertung:



Titel: Raum
Autorin: Emma Donoghue
Genre: Gegenwartsliteratur / Drama
Seitenanzahl: 416
Verlag: Piper

Info: Das Buch wurde inzwischen verfilmt und kam im März 2016 in die deutschen Kinos.

Dienstag, 17. April 2018

Gemeinsam Lesen #152

Die Aktion findet ihr jeden Dienstag bei Schlunzen-Bücher.


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade "Raum" von Emma Donoghue und bin auf Seite 56 von 237 des eBooks.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Zum Buch


"Ich zähle meine Zähne, immer wieder komme ich aus der Reihe, erst neunzehn, dass zwanzig, dann wieder neunzehn."


3. Was willst du unbedingt zu deinem Buch loswerden?


Dieses Buch lag schon einige Zeit auf dem SuB und ich hatte schon lange vor, es zu lesen. Nun habe ich begonnen und man merkt schon auf den ersten Seiten, dass es eine ganz besondere Note hat. Es ist aus der Sicht eines fünfjährigen Jungen geschrieben, woran man sich erstmal gewöhnen muss. Ich habe bisher erst nur einen kleinen Teil gelesen, doch man merkt schon, dassdie Story etwas beklemmend ist - ich bin gespannt, wie sich die Geschichte um Jack und seine Mutter noch entwickelt.



4. Liest du lieber gebundene Bücher, Taschenbücher oder E-Books?


Eine gute Mischung aus allen dreien - als viertes nehme ich noch das Trade-Paperback (Klappenbroschur) hinzu, dessen Format ich auch unheimlich schön finde.
Ich lese sehr gern gebundene Bücher und habe davon auch einige im Regal, aber ebenso findet man die anderen Formate bei mir. Auch besitze ich aus Platzgründen inzwischen viele eBooks.
Das Leseverhalten zwischen den Formaten ist somit absolut ausgeglichen. :)

Sonntag, 15. April 2018

Rezension zu "Die Königschroniken 2: Ein Reif von Bronze" von Stephan M. Rother

Zum Buch

Band 2 der Königschroniken

Nach einer langen Zeit ist es dem Stammesfürst Morwa endlich gelungen, die Völker des Nordens zu vereinen. Hierfür wurde er mit dem Reif aus Bronze gekrönt. Jedoch droht neue Gefahr, die alles infrage stellen könnte, denn ein uralter Fluch wurde heraufbeschworen. Nun greifen seine Söhne zu den Waffen…
Morwas Tochter Sölva kümmert sich indes um die verletzte Ildris und muss sich gleichzeitig einer rätselhaften Magie stellen – diese kann die endgültige Vernichtung bringen oder aber auch die einzige Hoffnung auf Rettung sein…
Auch die junge Frau Leyken steht vor einer schweren Entscheidung: Auf der Suche nach ihrer entführten Schwester Ildris wurde sie gefangen genommen und sitzt seitdem in einem goldenen Käfig. Doch dann bietet sich ihr unerwartet ein Weg zur Flucht. Ist es wirklich der Weg in die Freiheit oder eine gefährliche Falle? Schließlich kommt sie einem unglaublichen Geheimnis auf die Spur…

Aktuell  bricht die gefürchtete Raunacht an – die längste, dunkelste und kälteste Nacht des Jahres. Sie nimmt ihren Lauf und vielen Menschen stehen einschneidende Veränderungen bevor…


„Seine Hand streckte sich aus, ohne dass er sich bewusst dazu entschlossen hatte, und dann lag das Silberstück in ins einen Fingern. Es zeigte einen Baum, die Äste ineinander verschlungen, auf eine Weise, dass er das Bild auf der Stelle erkannte. Das Bild, das Zeichen, das auf den Bannern ihrer Gegner wehte, Seite an Seite mit den kaiserlichen Raben. Die heilige Esche des Kaiserreichs, in deren Ästen die Rabenstadt thronte.“ – Seite 26


Da mir der der erste Band der Königschroniken schon gut gefallen hatte, war ich dementsprechend neugierig, wie die Geschichte rund um die heilige Esche weitergeht. Schon der Prolog, der kurz in die Vergangenheit zurückblickt, lässt Spannendes erahnen. Im Vorfeld hatte ich etwas Bedenken, ob ich nach einigen Monaten sofort wieder in die komplexe Geschichte reinfinden würde – doch meine Sorge war unbegründet: Die Geschichte wird, wie schon bekannt, aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt und der Autor hat in den ersten Kapiteln geschickt einen guten Rückblick mit eingewoben. Das hat mir sehr gut gefallen. Die Hauptcharaktere sind in der ganzen Welt verteilt, sodass man einen guten Überblick behält, was an den verschiedenen Orten passiert  – und diese Entwicklungen sind oft überraschend. Es gibt ein Wiedersehen mit Pol, Leyken und Sölva, deren Geschichten sich unheimlich interessant entwickeln. Lasst euch überraschen.
Wie auch schon in „Ein Reif von Eisen“ sticht hier der spezielle Schreibstil wieder hervor. Er ist ausführlich und in einem besonderen Stil, daher sollte man sich für das Buch etwas Zeit nehmen. Dieser passt aber hervorragend zur Geschichte und hat mir jetzt im zweiten Band noch etwas besser gefallen.
Auch die Buchgestaltung ist sehr gelungen – ein tolles, auffallendes Cover, das dem bekannten Stil treu geblieben ist. Dazu gibt es vorne und hinten im Buch zwei tolle Karten zum Aufklappen. Zusammen mit einem kleinen Personenregister, das sich hinten im Buch befindet, behält man immer  den Überblick und kann den Weg der Charaktere genauestens verfolgen.


"Es war ein Eindruck kurz wie ein Lidschlag. Wie ein Nachtvogel, der durch das Dämmerlicht huschte, zu rasch, als dass der Blick der Richtung seines Fluges zu folgen vermochte. Kürzer als ein Atemzug – und doch eine ganze Welt, die vor Leykens Augen aufblitzte.“ – Seite 46/47



Mein Fazit: Eine gelungene Fortsetzung der Königschroniken!  Ein Reif von Bronze schließt nahtlos an den Vorgänger an und hat mir sogar noch ein wenig besser gefallen als der erste Band. Die Geschichte geht spannend weiter mit starken Charakteren, die so manches Abenteuer erleben. Die Fantasy-Welt ist sehr gut konstruiert und birgt so manche Überraschung. Der schon bekannte, besondere Schreibstil passt sehr gut und hebt die Hauptfiguren noch mehr hervor. Wem der erste Teil schon gefallen hat, wird auch vom zweiten begeistert sein – sehr lesenswerte High-Fantasy, die neugierig auf den nächsten Band macht!

Meine Bewertung: 




Titel: Die Königschroniken 2: Ein Reif von Bronze
Autor: Stephan M. Rother
Genre: High-Fantasy
Seitenanzahl: 352
Verlag: Rowohlt 


Die Bücher der Königschroniken:
Band 1 - Ein Reif von Eisen
Band 2 - Ein Reif von Bronze
Band 3 - Ein Reif von Silber und Gold ~ erscheint vorraussichtlich im Herbst/Winter 2018



Weitere Infos rund um die Saga findet ihr ihr:




Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag für das Rezensionsexemplar! :)

Donnerstag, 12. April 2018

Rezension zu "Invisible" von Ursula Poznanski & Arno Strobel

Zum Buch

Band 2 um das Ermittlerduo Salomon & Buchholz

Auf die beiden Hamburger Kriminalkommissare Nina Salomon und Daniel Buchholz wartet ein Fall, wie er rätselhafter nicht sein kann: Es geschehen kurz hintereinander mehrere grauenvolle Morde – Ein Patient wird während einer OP mit einem Stich ins Herz getötet, ein Mann wird erschlagen und ein weiterer niedergestochen. Die Täter werden schnell gefasst. Erschreckend für die Ermittler ist, mit welcher Brutalität die Täter vorgegangen sind – es herrschte blanker Hass. Und noch etwas lässt sie stutzen: Keiner der Täter schien sein Opfer persönlich zu kennen.
Kann es sein, dass sie manipuliert wurden? Und wenn ja, wie? Salomon und Buchholz ermitteln weiter und stoßen auf etwas mit dem sie so nicht gerechnet haben…




„Blutrausch, geht es mir durch den Kopf. Vierundzwanzig Mal zustechen, das nimmt sich niemand vor, dafür ist eine riesige Menge Hass nötig. Unbeherrschbare Wut. Ein Ausschalten des ganzen Denkapparats.“ - (Nina Salomon), Seite 47


Invisible ist das inzwischen dritte gemeinsame Buch der Autoren Ursula Poznanski und Arno Strobel und der zweite Band der Reihe um die Kommissare Nina Salomon und Daniel Buchholz. Da mir der Vorgänger Anonym schon gut gefallen hatte, war ich sehr gespannt auf den neuen Thriller. Auch hier geht es sofort spannend los und wird mit jeder Seite mysteriöser. Denn die Mordserie, mit denen die Hamburger Kriminalkommissare betraut werden, ist ein großes Rätsel. Sowohl zwischen den einzelnen Fällen, als auch bei Opfer und Täter scheint es keine Verbindungen zu geben. Die Frage: Was steckt dahinter?
Als Leser kann man hier fleißig miträtseln - man weiß überhaupt nicht, wohin die Geschichte führen wird – genau das macht es so spannend. Wie auch schon im ersten Teil ist das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben, abwechselnd aus Ninas und Daniels Sicht. Das ist gut gewählt, doch muss man sich daran erst ein wenig gewöhnen, ich bin anfangs immer mal wieder durcheinander gekommen. Doch abgesehen davon ist der Schreibstil flüssig und die Handlung gut verständlich.
Die vielen einzelnen Puzzleteile fügen sich nach und nach zu einem Bild zusammen, mit dem man so zuerst vielleicht nicht gerechnet hat.
Das Einzige, was mir in der Geschichte nicht so gefallen hat, war die dauernde Missstimmung und die Streiteren zwischen den Kollegen – das wurde mit der Zeit etwas nervig. Das dämpft den ansonsten interessanten Verlauf zwischenzeitlich ein wenig.


„Die Stille nach diesem Satz ist fast greifbar. Meine Gedanken überschlagen sich, während mein Verstand schon an der Antwort auf die Frage arbeitet, die sich in meinem Kopf formuliert: Wie kann das sein?“ - (Daniel Buchholz), Seite 160


Mein Fazit: Wieder ein spannender neuer Thriller aus der gemeinsamen Feder von Ursula Poznanski und Arno Strobel. Die Handlung ist packend und voller Rätsel. Gekonnt führen die beiden Autoren die losen Fäden der Geschichte nach und nach zusammen. Die Entwicklung ist überraschend und im nachhinein sehr logisch. Bis auf Kleinigkeiten hat mit dieser Thriller sehr gut gefallen und kann ihn nur empfehlen! 4,5 Sterne von mir.

Meine Bewertung: 




Titel: Invisible
Autoren: Ursula Poznanski, Arno Strobel
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 368
Verlag: Rowohlt Wunderlich


Die Bücher um das Ermittlerduo Salomon & Buchholz:
Band 1 - Anonym
Band 2 - Invisible



Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag für das Rezensionsexemplar! :)