Sonntag, 14. Januar 2018

Rezension zu "Der 13. Stuhl" von Dave Shelton

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13 Stühle - 13 Geschichten…

Als Jack das alte verlassene Haus betritt, ahnt er noch nicht, was ihn in den nächsten Stunden erwarten wird. Als er den Raum betritt, erwarten ihn zwölf völlig unterschiedliche Menschen. Sie sitzen rund um einen Tisch und jeder hat eine brennende Kerze vor sich. Der 13. Stuhl ist für Jack. Nachdem sie einander vorgestellt wurden, erzählt jeder von ihnen eine Geschichte - einer nach dem anderen.  Diese Geschichten sind  düster und unheimlich – sie handeln von Mord, Rache und Übernatürlichem. Zum Schluss ist nur noch Jack übrig – allein, im Dunklen und nur noch mit einer brennenden Kerze vor sich. Plötzlich ahnt er, welche Geschichte er schließlich erzählen muss…



„Er steht schon minutenlang hier, die Hand auf dem Türknauf, und ringt mit sich, ob er hineingehen soll oder nicht. Die Vernunft sagt ihm, auf keinen Fall, denn er kann nicht wissen, was ihn drinnen erwartet. Doch die Neugier besteht auf dem Gegenteil, aus genau dem gleichen Grund. Und Jack ist ein neugieriger Junge.“ – Seite 4, eBook


Auf dieses Buch bin ich durch das unheimlich wirkende und sehr gute gewählte Cover aufmerksam geworden – das düster gehaltene Bild spiegelt genau das wieder, was dem Leser in diesem Buch erwartet: Eine sehr gelungene und schön unheimliche Story. Hauptfigur hier ist der Junge Jack, der neugierig eine Tür in einem alten Haus öffnet. Was ihn erwartet, sind dreizehn Menschen in einem Raum - dreizehn Kerzen, die nacheinander ausgehen, nachdem jeder eine Geschichte erzählt hat. Diese Kurzgeschichten sind jede für sich klasse: Sie sind unheimlich – immer düster, mal modern, mal leicht märchenhaft - aber immer mit einer gruseligen Note. Natürlich fragt man sich beim Lesen warum dieses geschieht und wie vielleicht alles zusammenhängt. Und die Auflösung ist mehr als überraschend.
Die Handlung wechselt regelmäßig zwischen den aktuellen Geschehnissen in dem Raum und den Kurzgeschichten der einzelnen Personen. Die einzelnen Abschnitte, sowie die gruseligen Storys haben jeweils eine angenehme Länge.


„Er denkt an Gerüchte über dieses Haus und fragt sich, wie viel von dem, was er gehört hat, wohl stimmen kann.“ – Seite 47, eBook


Mein Fazit: Ein gruselig-schönes Buch mit dreizehn unheimlichen Geschichten – jede davon ist lesenswert. Sowohl in den verschiedenen Kurzgeschichten, als auch bei den den aktuellen Geschehnissen im alten Haus – immer ist eine düstere Atmosphäre spürbar. Dazu lässt sich dieses Buch auch noch angenehm leicht lesen. Die Auflösung hält eine Überraschung bereit – hätte aber nach meinem Geschmack noch ein klein wenig mehr Tiefe haben können.
Dennoch hat mir Der 13. Stuhl sehr gut gefallen und vergebe hierfür 4,5 Sterne! 


Meine Bewertung: 




Titel: Der 13. Stuhl
Autor: Dave Shelton
Genre: Jugendbuch / Mystery / Unheimliches / Kurzgeschichten
Seitenanzahl: 304
Verlag: Carlsen / Königskinder 

Samstag, 13. Januar 2018

Rezension zu "Jackaby - Die verschwundenen Knochen" von William Ritter

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Band 2 der Jackaby-Reihe

New Fiddleham im Jahr 1892: Auf R.F. Jackaby, dem Detektiv für unerklärliche Phänomene, wartet ein neuer, mysteriöser Fall. Tatkräftig unterstützt wird er dabei von seiner Assistentin Abigail Rook, der  es in ihrem neuen Job nie langweilig wird. Schon bald haben die beiden einiges zu tun: Seltsame Gestaltwandler in Form von süßen Kätzchen und  ein rätselhafter Mord warten auf das Ermittlerduo. Doch das ist nicht alles – Junior Detective Charlie Cane, der zurzeit im benachbarten Gad’s Valley weilt, bittet Abigail um Hilfe. Sofort machen Jackaby und Abigail sich in die ländliche Region, in der ein noch nicht identifiziertes Monster sein Unwesen treibt. Auch ein kürzlich entdecktes Fossil wirft Fragen auf…


„Manche Mädchen stehen hinter einer Ladentheke oder verkaufen auf der Straße Blumen. Ich assistiere einem kauzigen Privatdetektiv bei der Untersuchung ungeklärter Phänomene – wie beispielsweise der Erforschung von Fischen, die eigentlich Katzen sein sollten, aber vergessen zu haben scheinen, wie das geht. Mein Name ist Abigail Rook und das ist meine Arbeit.“ – Seite 12, eBook


Nachdem mir der erste Band um den skurrilen Detektiv Jackaby schon gut gefallen hatte, war ich gespannt auf das neue Abenteuer von ihm und seiner scharfsinnigen Assistentin Abigail. In Band zwei  geht es sofort spannend los: Neben außergewöhnlichen Gestaltwandlern und einem Mord geschehen auch noch mysteriöse Ereignisse im benachbarten Örtchen Gad’s Valley – die beiden haben einiges zu tun. Sofort wird hier Jackabys spezielle Art wieder deutlich, die so manches Mal auch zum schmunzeln ist. Doch ich bin fast der Meinung, das Abigail Rook der heimliche Star der Reihe ist – sie scheint immer den Durchblick zu haben und lässt sich von dem manchmal ruppigen Verhalten ihres Arbeitgebers nicht einschüchtern. Gerade die vielen Gegensätze machen Jackaby und Abigail zu einem interessanten Ermittlerduo.
Die Geschichte ist wieder in der Ich-Perspektive aus Abigails Sicht geschrieben – die Schauplätze und die mysteriösen, manchmal auch magischen Geschehnisse werden sehr gut beschrieben. Das Einzige, was ich etwas schade fand: Einige Dialoge sind manchmal etwas fade, die Gespräche kommen nicht richtig in Gang – leider wirkt sich das an manchen Stellen auf die Spannung aus.
Dennoch ist die Handlung interessant und die vielen Geheimnisse, die sich gerade am Anfang auftun, werden nach und nach gelüftet.  Die Auflösung ist dem Autor daher gut gelungen.


„Er musterte die monströse knöcherne Gestalt mit einem beeindruckenden Nicken, während er noch darüber nachdachte. Ich versuchte meine eigene Fassungslosigkeit beim Anblick dessen, was ich vor mir hatte, abzuschütteln.“ – Seite 147, eBook


Mein Fazit: Eine gelungene Fortsetzung, die ein neues Abenteuer bereithält.  Detektiv Jackaby ist wieder in seinem Element und  geht unerklärlichen Phänomenen auf den Grund, mit tatkräftiger Unterstützung von seiner Assistentin. Die Handlung entwickelt sich gut, sie ist geheimnisvoll und wirft Fragen auf – das Finale ist spannend und macht zudem neugierig auf den dritten Band. Bis auf die oben erwähnten, kleineren Schwächen hat mir Die verschwundenen Knochen sehr gut gefallen. 


Meine Bewertung: 





Titel: Jackaby 2: Die verschwundenen Knochen
Autor: William Ritter
Genre: Krimi / Mystery / Unheimliches
Seitenanzahl: 320
Verlag: cbj/cbt

Die Bücher der JACKABY-Reihe:
Band 1 - Jackaby
Band 2 - Die verschwundenen Knochen
Band 3 - Ghostly Echoes  (bisher nur als englische Ausgabe erhältlich)
Band 4 - The Dire King (bisher nur als englische Ausgabe erhältlich)



Vielen Dank an das Bloggerportal und cbj/cbt für das Rezensionsexemplar! :)

Dienstag, 9. Januar 2018

Rezension zu "Der Koffer" von Robin Roe

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Ein Koffer voller Erinnerungen…

Vier Jahre ist es her, als das Unglück mit aller Macht über Julian hereinbrach – er verlor seine Eltern bei einem Autounfall. Seitdem lebt er bei seinem grausamen Onkel Russell. Aus seiner einst glücklichen Kindheit ist nichts geblieben, außer Geheimnisse und ein Koffer voller Erinnerungen. Julian vermisst seine Eltern sehr und zieht sich immer weiter zurück. Doch eines Tages trifft er auf Adam, mit dem ihn viel verbindet. Adam hat eine fröhliche und unbeschwerte Art an sich und war eine Zeitlang für Julian wie ein Bruder. Doch Julian schafft es einfach nicht, mit Adam über die Sachen zu sprechen, die er am liebsten für immer vergessen würde. Doch als Adam endlich hinter Julians Geheimnis kommt, ist es schon fast zu spät…


„Ich lasse den Rucksack auf den Boden fallen und hebe den schweren Deckel des Koffers an. Beim Anblick all der Dinge, die mir im Leben wichtig sind, zieht sich mein Herz zusammen: die Fotoalben und die Elian-Mariner-Bücher und das grüne Notizheft mit der Spiralbindung, das meiner Mutter gehört hat.“ – Seite 15/16


Der Koffer ist ein sehr berüherendes Buch. Es geht um den vierzehnjährigen Julian, der seine Eltern bei einem Autounfall verloren hat. Dieses schreckliche Ereignis hat er nie wirklich überwunden – nun  lebt er bei seinem Onkel und distanziert sich mehr und mehr von seinem Umfeld. Doch dann taucht Adam auf – der Ältere war immer wie ein Bruder für ihn. Schafft er es, wieder etwas Glück in Julians Leben zu bringen? Was niemand weiß: Julian muss nicht nur den Tod seiner Eltern verarbeiten, sondern auch noch etwas ganz anderes – er hütet ein erschütterndes Geheimnis…
Das Buch ist abwechselnd aus zwei Perspektiven geschrieben: Julian, eher sensibel und ängstlich,  und Adam, der beliebt und schlagfertig ist. In die Leben beider Charaktere bekommt man durch die Ich-Perspektive einen detailreichen Einblick – auch wie sie denken, handeln und fühlen – neben kleinen schönen Momenten wird es oft sehr berührend, traurig und auch dramatisch.
Neben den aktuellen Geschehnissen werden auch immer wieder Erinnerungen von Julian an glückliche Momente aus seiner Kindheit und die gemeinsame Zeit mit seinen Eltern beschrieben:


Und wenn mein Vater mich dann ins Bett bringt, fragt er: „Wie viele Sterne?“ Wenn es ein schöner Tag war, sage ich „neun“ oder „zehn“. Aber wenn es ein sehr schöner Tag war, vielleicht sogar der schönste Tag meines Lebens, darf ich übertreiben und irgendwas Verrücktes sagen wie „zehntausend Sterne“. – Seite 14


Das Cover ist eher dunkel gehalten – neben dem abgebildeten Sternenhimmel passt auch das schwarz-weiß gehaltenen Bild der beiden Jungen sehr gut. Eine passende und sehr schöne Gestaltung.

Mein Fazit: Der Koffer ist ein Buch, das berührt. Es ist sehr gut geschrieben – die Geschichte überzeugt mit zwei starken Hauptcharakteren, die dem Leser sofort ans Herz wachsen. Einige Abschnitte sind sehr erschütternd, traurig und dramatisch – dazwischen gibt es aber immer wieder kleine Lichtblicke. Wieder ein Buch aus dem Königskinder-Verlag, das mich sehr begeistert und tief berührt hat. Sehr lesenswert!


Meine Bewertung: 





Titel: Der Koffer

Autorin: Robin Roe
Genre: Jugendbuch / All Age / Drama
Seitenanzahl: 416
Verlag: Carlsen / Königskinder

Gemeinsam Lesen #138

Die Aktion findet ihr jeden Dienstag bei Schlunzen-Bücher.


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade "Der Koffer" von Robin Roe und bin auf Seite 244 von 416.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Zum Buch

"Und gab's heute was Interessantes?", fragt Adam am Dienstag, als wir den Flur entlanggehen.



3. Was willst du unbedingt zu deinem Buch loswerden?

Da ich ja begeisterte Leserin der Bücher aus dem Königskinder-Verlag bin, stand dieses Buch lange auf meiner Wunschliste ganz oben. Zu Weihnachten ist es dann bei mir eingezogen. Nun habe ich etwas über die Hälfte gelesen und kann es nur schlecht aus der Hand legen. Es geht um den Jungen Julian, der seine Eltern bei einem Autounfall verloren hat und seitdem bei seinem Onkel lebt, der alles andere als freudlich ist. Ihm sind nur Erinnerungen an gute Tage geblieben und ein Koffer voller Erinnerungen. Doch eines Tages trifft Julian Adam wieder, der er noch von früher kennt.
Das Buch ist sehr berührend, emotional und wirklich gut geschrieben.Ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte sich noch entwickeln wird.



4. Führst du deinen Bücher-Blog immer gleich gerne oder wird es dir manchmal zuviel?  

Ich bin mit meinem Blog im April 2015 gestartet und mir macht es immer noch große Freude, ihn zu führen. Bisher gabe es noch keine Tiefs, doch wenn ich merken würde, das es mir zuviel werden würde, dann würde ich versuchen eine Lösung zu finden, wie z.b. eine kleine Auszeit einlegen oder Ähnliches. Denn das bloggen soll ja Spaß machen und bisher bin ich sehr glücklich damit.


Sonntag, 7. Januar 2018

Rezension zu "December Park" von Ronald Malfi

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Mysteriöse Geschehnisse im December Park…

Im Jahr 1993: In dem kleinen Städtchen Harting Farms in Maryland sind kurz nacheinander mehrere Jugendliche spurlos verschwunden. Zunächst denken die Bewohner noch an Ausreißer, doch als im  December Park eine Leiche gefunden wird, ist alles anders. Die Zeitungen betiteln den Entführer inzwischen als Piper – in Anlehnung an den Rattenfänger aus dem Märchen der Brüder Grimm. Die Polizei ist ratlos – von den anderen Verschwundenen fehlt weiterhin jede Spur. Schließlich endecken der fünfzehnjährige Angelo Mazzone und seine Freunde etwas, das in Verbindung mit dem toten Mädchen steht und machen sich nun auf eigene Faust auf die Suche nach weiteren Spuren - mit dem Ziel, den Piper zu überführen. Ihr Weg führt sie in den düsteren und weitläufigen December Park. Was zunächst als Versprechen begann, entpuppt sich nach und nach als etwas, dass den Jugendlichen alles abverlangt – plötzlich scheint in Harting Farms jeder verdächtig…


„Der grüne Schein der Ampel hüllte ihn in ein gespenstisch-bläuliches Leuchten. Er sah aus wie ein Geist, direkt den Legenden entsprungen, die sich um den December Park rankten. Ich stand an der Ecke und sah ihm hinterher, bis ihn die Dunkelheit gänzlich verschlungen hatte.“ – Seite 81, eBook


Nach den ersten gelesenen Seiten fällt sofort eines auf: December Park ist kein typischer Thriller, sondern eine Mystery-Roman, der auf ganz besondere Weise erzählt wird. Mittelpunkt ist hier die kleine Küstenstadt Harting Farms, die mich ein wenig an Stephen Kings fiktiven Städtchen Derry erinnert – denn auch diese Stadt scheint einige düstere Geheimnisse zu verbergen. Hier geht es um den Piper – ein Unbekannter, der es anscheinend auf Jugendliche abgesehen hat – denn es sind schon einige spurlos verschwunden. Eine der Hauptfigren ist der fünfzehnjährige Angelo Mazzone, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Gerade durch die Ich-Perspektive bekommt man einen sehr detailreichen und feinsinnigen Einblick in die Geschehnisse. Angelo und seine Freunde machen sich schließlich auf die Suche nach dem Piper. Das Besondere hier: Eine düstere Atmosphäre zieht sich durch den ganzen Roman - man weiß nie, was einen auf den nächsten Seiten erwartet – eine konstante Spannung ist immer da. Es ist unheimlich interessant zu verfolgen, welchen Weg die fünf Freunde schließlich gehen – und mit einem Finale, das so ganz anders ist als erwartet.
Aufmerksam geworden auf dieses Buch bin ich durch das Cover, das einem sofort ins Auge fällt – dunkel und düster gehalten mit einem Jungen im Vordergrund. Es passt sehr gut zu dieser unheimlichen Geschichte.


„In all der Zeit hatte niemand von uns diesem Wald jemals diese unnatürliche Energie zugeschrieben, die ich, nun da ich hier war, spürte. Es war, als hätten wir irgendeine bedeutende, geheime Schwelle übertreten, und die Dinge –wichtige Dinge- wurden nun endlich in Gang gesetzt. Ich fragte mich, ob die anderen es auch spüren konnten.“ – Seite 190, eBook


Mein Fazit: December Park ist ein atmosphärisch dichter Mystery-Thriller, der eine ganz besondere Erzählweise hat. Detailreich und mit feinem Gespür erzählt die Hauptfigur seine eigene Geschichte. Hinter der düsteren Atmospähre mit unheimlich wirkenden Schauplätzen erzählt die starke Hauptfigur ihre Geschichte – es bleibt durchgehend spannend, weil man nie weiß, was einen auf den nächsten Seiten erwartet. Dieses Buch ist ein kleiner Geheimtipp für alle, die besondere Mystery-Thriller mögen. Sehr lesenswert und überraschend!


Meine Bewertung:




Titel: December Park
Autor: Ronald Malfi
Genre: Mystery / Thriller
Seitenanzahl: 616
Verlag: Luzifer


Vielen Dank an den Luzifer-Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar! :)